Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung sind die römerzeitlichen Funde in Gnies und Obergroßau. Eine nachweisbare Rodung des Sinabelkirchener Bodens erfolgte erst im 12. Jahrhundert. Obwohl durch Orts- und Flussnamen anzunehmen ist, dass schon die Slawen hier gesiedelt haben.
Als ritterliche Gründungen sind die Orte Egelsdorf (1310 - Eisilio von Landschach), Obergroßau (1477 - Margareta Großauer) und eventuell Fünfing (1410 - Konrad von Fünfing) erstmals genannt. Schon sehr früh, 1175, wurde Untergroßau (Grassa) urkundlich erwähnt. Sinabelkirchen, Gnies von Chnieboz - Flussknie und Frösau (breza - Birke) sind urkundlich 1351 genannt.
Ausserdem bedrohten Krankheiten, vor allem die Pest, das
Leben der Menschen. Als Zeugnisse finden wir noch heute die Pestkreuze in Unterrettenbach,
Egelsdorf, Fünfing und Gnies. (Bild rechts) Qelle: Wikipedia
Filialkirche St. Oswald in Gnies
Baugeschichte
Das Kirchengebäude wurde laut Überlieferung
im Jahr 1545 erbaut und war bis 1862 eine Filialkirche von Ilz.
Seit der Gründung ist sie ein regionales Zentrum der bäuerlichen Volksfrömmigkeit, was in der Barockzeit durch den Notburgakult noch verstärkt wurde.
Als alte Wallfahrtstage gelten das Fest Pauli Bekehrung (25. Jänner, wohl der Weihetag der Kirche), der Sonntag nach dem Florianstag (4. Mai), der Oswalditag (10. August) und der Sonntag nach dem Notburgatag (13. September).
Das spätgotische Mauerwerk reicht heute noch bis zu den Fenstern. Der einjochige Chor mit 3/8-Schluss geht in gleicher Breite in das dreijochige Langhaus über.
Im Jahr 1697 erfolgte die Neuwölbung mit einer Stichkappentonne und Stuckfeldern, über flachen Wandpfeilern. Gleichzeitig erfolgte der Bau eines Glockenturms an der Westseite und einer Sakristei an der Südseite.
Im Jahr 1740 erhielt der Bau beiderseits des Langhauses Seitenkapellen angefügt, jene an der Südseite - in gleicher Breite mit der bestehenden Sakristei - zu Ehren des hl. Florian und nordseitig als runder Apsisbau die Notburgakapelle mit den 1742 vollendeten Decken- und Wandfresken.
Der Glockenturm erhielt 1821 seine heutige spitze Form. Die Renovierungen der letzten Zeit (1986 außen und1988 innen) konservierten den Baubestand und die hochwertige Innenausstattung in hervorragender Weise.
Der Kirchplatz ist von einer Nischenmauer umgeben, eine Nutzung als Friedhof ist nicht überliefert.
Ausstattung
Der Hochaltar aus dem Jahr 1692 ist ein gut gegliederter Säulenaufbau. Das Altarblatt zeigt den hl. Oswald inmitten einer Viehherde. Er ist ein vielverehrter Patron gegen Viehseuchen. Die Assistenzfiguren stellen wichtige christliche Märtyrergestalten dar, nämlich Stefanus (Steine) und Laurentius (Rost).
Im Auszug ist die Statue der Schmerzhaften Mutter Maria (Pietà) zu sehen, flankiert von Engeln mit Leidenswerkzeugen (Arma Christi). Die beiden weiblichen Statuen zeigen weitere Märtyrergestalten, nämlich Apollonia (gezogene Zähne) und Agatha (abgeschnittene Brüste).
Die Kanzel aus der Zeit um 1700 zeigt in kleinen Bildern die vier Evangelisten. Im Bereich der ansetzenden Seitenkapellen sind drei barocke Bilder zu sehen: eine Kopie des Grazer Gnadenbildes Mariahilf, Josef mit dem Jesuskind und Barbara.
Auf der Musikempore befindet sich eine Orgel mit vier Registern, das Opus 41 des Grazer Orgelbauers Friedrich Werner. Sie wurde 1896 vom Orgelbauer Hopferwieser angekauft.
Die drei alten Glocken (1580 Auer, 1698 Streckfuß und 1826 Feltl) wurden 1917 abgeliefert. Zwei neue Stahlglocken kamen 1922 und im Jahr 2000 eine neue Bronzeglocke.
Zentrum der Wallfahrt sind aber die beiden Seitenkapellen. Der spätbarocke Säulenaltar der Südkapelle zeigt am Altarblatt der Zeit um 1740 den hl. Florian als Schutzpatron des Ilztales. Im Hintergrund sind die Orte Gnies und Ilz zu sehen, im Auszug das Bild des hl. Franz Xaver, der hier als weiterer Viehpatron dargestellt ist. Die Assistenzfiguren und Rochus erinnern an die Pestzeit und werden als Patrone für die Gesundheit angerufen.
Quelle: Diözese Graz- Seckau
Filialkirche St.Oswald
Nischenmauer

Hochaltar